Kinder an die Macht

Bei meiner letzten Polenfahrt bekam ich Donnerstag abend einen Anruf von meiner Enkelin Mathilda. Sie erzählte mir, dass in der Schule eine Projektwoche zum Therma „Tiere im Tierheim“ ansteht, und ob ich nicht kommen könnte, um von der Hundehilfe Polen zu erzählen.

Ich sagte natürlich spontan zu. Augenblicklich fielen mir die Fotos von Kinderbildern ein, die ich im Tierheim PT gemacht hatte. Diese Bilder entstanden anlässlich eines Tages der offenen Tür im Tierheim PT.

Wieder zu Hause, setzte ich mich sofort an den PC, um Bilder für die kleinen Schülerinnen und Schüler der 1. bis 4. Klasse auszusuchen. Ich wollte ihnen zeigen, wie es in polnischen Tierheimen aussieht, ohne dass sie zu traurig würden, ein kleiner Drahtseilakt.

Ich begann mit den Kinderbildern aus PT.

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Was den Kindern sofort auffiel, war, dass auf fast allen Bilden die Hunde an der Kette waren und weinten. Auch ich war von den traurigen Kinderbildern beeindruckt gewesen, zeigen sie doch eindringlich, dass die polnischen Kinder diese traurigen Hunde sehr wohl sehen und ihre Situation gerne verändern würde.

Was eine Veränderung aus einem Hund machen kann, wenn er das Tierheim oder die Kette verlassen kann und in ein zu Hause ziehen darf, zeigte ich an meinem Hund Jonathan

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Jonathan lebte bis zu seiner Ausreise an einer Kette im alten Tierheim PT, wie unheimlich ihm sein erstes eigenes Körbchen war, kann man deutlich erkennen. Heute ist Jonathan ein fröhlicher selbstbewusster kleiner Kerl, der für sein Leben gerne rennt. Ein „Gute Laune Hund“, der jeden zum Lachen bringt, der ihm begegnet. Was muss das für ihn eine Qual gewesen sein, nicht rennen und spielen zu dürfen.

Ich zeigte ihnen Bilder, wie die Hunde im Tierheim leben und wie es dort aussieht. Der kleine ängstliche Rudolf durfte in der Zwischenzeit auch umziehen und lebt heute als Enzo in Göttingen und hilft seinem Frauchen dabei, andere Angsthunde an ein neues aufregendes Leben zu gewöhnen.

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Ich zeigte ihnen auch Bilder von Welpen und sagte ihnen, dass mich diese Bilder ganz wütend machen, und fragte sie, ob sie sich vorstellen könnten, warum.

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Sie konnten, und es fiel sofort das Wort Kastration. Alle Mädchen und Jungen wussten, dass man nur so das Problem auf Dauer lösen kann, auch wenn die kleinen Welpen noch so niedlich sind. Diese Bilder machte ich im Tierheim PT. Bei dieser Fahrt nahmen wir aus PT 7 Hunde mit, es gab aber zu diesem Zeitpunkt dort über 30 Welpen. Ein Kampf gegen Windmühlen. Ich war sehr erstaunt über das Wissen der Kinder und bin sicher, dass sie Tierschutz in diesem Sinne weiter machen werden. Adoptieren und nicht beim Züchter kaufen, einige der Familien haben bereits Tierschutzhunde und werden ihre Liebe zu diesen wundervollen Tieren bestimmt weitergeben.

Zum Schluss zeigte ich ihnen noch ein paar Fotos, wie die Hunde auf die Reise gehen und wie sie transportiert werden. Jedes mal eine logistische Meisterleistung. Ob Katzentest vor der Ausreise, oder Einladen ohne Leine, alle Probleme wollen bewältigt werden. Bereits vor Abfahrt des Transporters seht fest, welcher Hund in welcher Box reist.

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Zum Abschluss diese Vormittages sollten dann die Schülerinnen und Schüler ein Bild dazu malen, was sie am meisten beeindruckt hat. Viele malten einen Hunde an der Kette, einige die kleinen Welpen im Körbchen.
Mathilda malte einen Hund, der mit seinem Menschen Bällchen spielt.
Dazu schrieb sie: „Jeder Hund braucht einen Menschen, der ihn lieb hat und der mit ihm spielt“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Die Bilder und Zeichnungen wurden am Ende der Projektwoche den anderen Schülern, die andere Themen bearbeitet hatten, präsentiert.

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Brigitte Kirstein, 2017

   
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